curated by_Florian Pumhösl

Ella Bergmann-Michel
Alan Charlton
Christian (Georges Herbiet)
Anita Leisz
Henrik Olesen
Florian Pumhösl
Ad Reinhardt
Wacław Szpakowski

Manche der grafischen Musikpartituren des 20. Jahrhunderts – etwa von Morton Feldman, György Ligeti oder Earle Brown – enthalten Situationen, die der intendierten Vorstellung einer Kunstausstellung nahekommen. Entlang einer oder mehrerer Horizontalen werden Objekte gereiht oder geschichtet, die ihrerseits einer Vorstellung (von Dauer, Lautstärke, Instrument etc.) zugeordnet sind. Diese zeitliche Achse beinhaltet ein Spektrum an möglichen Tönen und wird ihrerseits durch Senkrechte unterteilt (bisweilen auch nicht). Eine Notation (bzw. ihre horizontalen Ebenen) kann immer nur Spektren darstellen, das heißt, es gibt Dinge, die sich innerhalb und außerhalb dieser Spektren befinden. Der Einschnitt auf diesem Spektrum ist der Taktstrich, die vertikale Unterteilung, die eigentlich besagt, wann sich mitten in dieser Leere etwas relativ zu etwas anderem ereignet.
Die formale Ähnlichkeit einer Partitur mit etwas, das in der Ausstellungsarchitektur als "Wandabwicklung" bezeichnet wird, ist offenkundig. Sie liefert jedoch – und das ist für diese Ausstellung von Bedeutung – Koordinaten für etwas, das gleichermaßen imaginiert und bestimmt erscheint und das sich entlang einer Achse – relativ zu den vertikalen Teilungen – ereignet.

Die Ausstellung besteht aus einer Gruppe von Arbeiten von Florian Pumhösl mit dem Titel "Formed Speech" (2016–19), in denen er sich mit Möglichkeiten der Definition eines vertikalen, eine Sequenz unterteilenden Objekts beschäftigt: mit den Richtungen, auf die es verweist, dem Raum, der sich imaginär dazwischen/davor ergeben könnte, der Annäherungen eines solchen Objekts an ein sprachliches Zeichen oder an eine aus der Architektur gelernte Figur. Diese Arbeiten bilden eine Struktur für eine Reihe historischer und zeitgenössischer Werke.

Aktuelle Termine

  • Do. 24. Okt 2019, 11:00 - 18:00
  • Fr. 25. Okt 2019, 11:00 - 18:00