Wiener Kammeroper innen

Candide

A comic operetta
nach der satirischen Novelle Candide oder Der Optimismus (1759) von Voltaire
Buch von Hugh Wheeler
Liedtexte von Richard Wilbur
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Neuproduktion des Theater an der Wien in der Kammeroper
Premiere: Dienstag, 30. April 2019

Leonard Bernstein, dessen 100. Geburtstag die Musikwelt in diesem Jahr feiert, machte sich im Entstehungsjahr von Candide seine Gedanken zur Gattung Musical:. „Das amerikanische Musiktheater hat einen langen Weg hinter sich: dieses hat es von der Oper, jenes von der Revue, hier etwas von der Operette, dort etwas vom Vaudeville ausgeborgt – und all diese Elemente wurden zu etwas ganz Neuem zusammengemischt, das sich stetig in Richtung Oper entwickelt.“ Diese historischen Überlegungen charakterisieren auch treffend das Wesen dieser „Comic operetta“, die ein lebenslanges Schmerzenskind des Komponisten geblieben ist. Bei seiner Erstaufführung am Broadway konnte sich Candide als zu „sophisticated“ nicht so recht behaupten, was aber auch auf das Original-Libretto zurückzuführen war, das seine Schwächen und Tücken hat. Es folgten zahlreiche Revisionen, doch erst jene 1973 von Harold Prince, Hugh Wheeler und Stephen Sondheim ohne Bernsteins Mitwirkung adaptierte Fassung, die stark auf die Bedürfnisse des Broadways zugeschnitten war, konnte sich durchsetzen. Allerdings war dabei, wie Bernstein bitter anmerkte, die Hälfte der Partitur flöten gegangen. John Mauceri versuchte daher unter Mithilfe des Komponisten, große Teile des vorhandenen Materials zu retten und den ursprünglichen Intentionen wieder zu ihrem Recht zu verhelfen: Candide als eine liebenswerte, zu Herzen gehende Satire zu betrachten, am besten ganz in der Tradition Jacques Offenbachs, denn „die Fähigkeit des Menschen zu lachen ist edler als seine göttliche Befähigung zu leiden“ wie Bernstein einmal sagte. Mag die ursprüngliche Idee der Autoren Voltaires Spott über jene Weltanschauung, wonach alles zum Besten steht in der besten aller möglichen Welten, auf die  selbstzufriedene Ära Eisenhower gerichtet gewesen sein, so hat die Botschaft dennoch nichts von ihrer Aktualität verloren. Unbestritten ist: Die schwungvolle, mitreißende Musik Leonard Bernsteins, die sich durch einen raffinierten, satirischen Umgang mit den unterschiedlichsten Stilen der Musikepochen auszeichnet, kann man nicht genug bewundern. Es ist sicher die anspielungsreichste Musik, die jemals für den Broadway geschrieben wurde.

Veranstaltungsort

Kammeroper

Fleischmarkt 24
1010 Wien

Aktuelle Termine

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