Theater an der Wien

Oberon

Romantische Feenoper in drei Aufzügen (1826)
Musik von Carl Maria Weber
Libretto von James Robinson Planché
Ins Deutsche übersetzt von Theodor Hell
Eine Koproduktion mit der Bayerischen Staatsoper München

Musikalische Leitung Thomas Guggeis
Inszenierung Nikolaus Habjan

Orchester Wiener KammerOrchester
Chor Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)

Premiere: 13. 5. 2019

Carl Maria von Weber komponierte Oberon im Auftrag der königlichen Oper Covent Garden. Es sollte seine letzte Oper sein, seine Tuberkuloseerkrankung war schon weit fortgeschritten, als er sich an die Arbeit machte, und er überlebte die  Uraufführung am 12. April 1826 nur um zwei Monate. Das Libretto, auf Christoph Martin Wielands europaweit bekanntem Versepos Oberon (1780) basierend, entsprach allerdings gar nicht seinen Vorstellungen. Er wollte durchkomponierte Opern wie Euryanthe schreiben. Oberon hingegen war orientiert an der englischen Semi-opera nach dem Vorbild Henry Purcells: In einen umfangreichen Sprechtext sind musikalische Nummern eingebettet. Statt dramatischer Entwicklung findet man aneinandergereihte Situationsmomente. Weber suchte einem Auseinanderfallen des Stückes mit einer musikalischen Motivverklammerung – wie schon in Euryanthe erprobt – entgegenzuwirken. Die verbindenden Fäden gehen von der Ouvertüre aus, worin Motive aus sieben Szenen eingearbeitet sind. Berühmt wurde der eröffnende Hornruf d-e-fis als musikalische Chiffre für Romantisch-Geheimnisvolles, der variiert immer wieder in der Oper auftaucht. Weber verwendete auch eigenes älteres Material, so zum Beispiel aus Peter Schmoll. Der Wechsel zwischen Ritterwelt, Feenwelt und Orient begründet das Revuehafte der Oper maßgeblich mit, gab aber Weber auch Anlass zu effektvoller Musik. Für das Lokalkolorit arbeitete er originales Material aus dem orientalischen Raum ein. So bilanzierte Weber wohl eher wider Willen in Oberon sein musikalisches Schaffen: Elemente aus Euryanthes Ritterwelt, die  Geisterstimmung aus dem Freischütz, das Orientalisierende aus Abu Hassan verbinden sich zu einem ungewöhnlichen, aber damals wirkungsmächtigen Stück. Der Erfolg der Uraufführung in London war beträchtlich, auf dem Kontinent konnte man aber mit dem heterogenen Werk nicht viel anfangen und rang mithilfe von vielen Bearbeitungen um eine die Musik erhaltende Form. Nikolaus Habjan mischt nun in seiner Inszenierung unter die singenden und sprechenden Figuren auch noch  Puppen – und rückt den Laborversuch über die Liebe und die Treue so noch mehr in eine märchenhaft-abstrakte Sphäre.

 

Veranstaltungsort

Theater an der Wien

Linke Wienzeile 6
1060 Wien

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  • So. 19. Mai 2019, 19:00