Theater an der Wien

Die Jungfrau von Orleans

Oper in vier Akten (1881)
Musik und Libretto von Peter IljitschTschaikowski
nach Friedrich Schillers gleichnamiger romantischer Tragödie
In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Neuproduktion des Theater an der Wien

Musikalische Leitung Oksana Lyniv
Inszenierung Lotte de Beer

Wiener Symphoniker
Chor Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)

Premiere: 16. 3. 2019

Peter Iljitsch Tschaikowskis historische Lieblingsheldin war seit seiner Kindheit Johanna, die Jungfrau von Orleans. Als er nach Abschluss der Komposition von Eugen Onegin nach einem Stoff für eine große Oper im Stil der französischen Grand Opéra suchte, beschloss er, seinem Idol ein musikalisches Denkmal zu setzen. Er  beschäftigte sich intensiv mit der historischen Überlieferung und der künstlerischen Verarbeitung des Schicksals der Heiligen Johanna. Auf der Basis von Friedrich Schillers romantischer Tragödie Die Jungfrau von Orleans aus dem Jahr 1801 schrieb sich der Komponist seinen Text selbst. Seine Johanna stirbt am Ende historisch korrekt auf dem Scheiterhaufen, nicht verklärt auf dem Schlachtfeld wie bei Schiller. Tschaikowski komponierte die Oper 1879, die Uraufführung fand aber erst am 25. Februar 1881 im Mariinski-Theater in St. Petersburg statt. Die Partie der Johanna musste von einer Sopran- in eine Mezzopartie umgearbeitet werden, die Zensur bereitete Schwierigkeiten – schließlich aber konnte Tschaikowski mit seiner Jungfrau einen großen Erfolg verbuchen. Durch die formale Orientierung an der Grand Opéra entstand eine sehr monumentale Oper, allerdings in sehr russicher Ausprägung. Das bewirken vor allem die vielen, Gott anrufenden Chöre, die das in seiner Stimmung recht wankelmütige Volk und die ermutigenden oder verurteilenden Engel darstellen. Einzig in der Szene an Karls Hof findet sich eine französische Couleur locale, weil ein französisches Lied, „Mes belles amourettes“, in die Musik für die Gaukler integriert ist. 1876 hatte Tschaikowski in Bayreuth der Erstaufführung von Wagners Der Ring des Nibelungen beigewohnt, offenkundig hat dieser Eindruck seinen Umgang mit dem Verhältnis von Orchester und Singstimme beeinflusst. Zentral ist die Figur der Johanna, die eine enorme emotionale Spannweite zwischen ihrem göttlichen Auftrag und der Ergriffenheit durch menschliche Liebe durchlebt: Tschaikowski childert in seiner Musik ergreifend ihre ekstatische Beseeltheit durch ihre Berufung, die Überzeugungskraft gegenüber dem König, ihre Ängste und in den beiden Duetten ihre Liebe zu Lionel sowie die letzte Verzweiflung auf dem Scheiterhaufen.

 

Veranstaltungsort

Theater an der Wien

Linke Wienzeile 6
1060 Wien

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