Theater an der Wien

Euryanthe

Große romantische Oper in drei Aufzügen (1823)
Musik von Carl Maria von Weber
Libretto von Helmina de Chézy
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln
Neuproduktion des Theater an der Wien

Musikalische Leitung Constantin Trinks
Inszenierung Christof Loy

Orchester ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Chor Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)

Premiere: 12. 12. 2018

Die von Carl Maria von Weber gewählte Klassifizierung seiner Euryanthe als „Große romantische Oper“ war für ein deutschsprachiges Werk 1823 ein Widerspruch in sich: „romantisch“ und auf Deutsch waren Singspiele mit Dialogen – wie der 1821 mit überwältigendem Erfolg uraufgeführte Freischütz eines war –, „große“ Opern gab es nur in italienischer oder französischer Sprache, und sie waren durchkomponiert. Weber wollte eine solche große Form für die deutsche Sprache schaffen. Das war damals ein aktuelles Politikum, das zersplitterte Deutschland suchte seine Einheit in Sprache und Kultur zu konstituieren, seinen Stoff suchte Weber jedoch weit weg von der politischen Gegenwart, im Mittelalter. Das vielgescholtene Libretto, das angeblich auch immer verhindert, dass Euryanthe in ihrer musikalischen Bedeutung die  angemessene Würdigung erfährt, schrieb Weber zusammen mit Helmina von Chézy auf der Basis des Roman de la Violette (1227-29) von Gerbert de Montreuil im  Auftrag des Wiener Kärntnertortheaters. Der Erfolg der Uraufführung 1823 konnte allerdings nicht an den des Freischütz anschließen, Weber war die gewünschte Verquickung von Singspiel und großer Oper nicht ganz gelungen, das sollte erst Wagner mit Lohengrin (1850) bewerkstelligen. Jedoch legte Weber hier die Weichen für die weitere deutsche Operngeschichte: Ihm gelingen eindringliche Charakterporträts, besonders Eglantine und Lysiart bieten ein eindringliches Schreckbild seelischer Zerrissenheit. In den Harmonien und instrumental kühner als beim positiven Hauptpaar zeichnet Weber deren Doppelgesichtigkeit. Hinter der Idylle klingt oft schon die Katastrophe an, Webers Musik weiß mehr als der Text – auch an diese Technik schließt Wagner dann nahtlos an. Den schnellen, atmosphärischen Wechsel beherrschte Weber souverän: Die Ritterwelt, das Festliche, Idyllische lässt er immer wieder überzeugend ins Tragische und Dämonische umkippen. Einheitlichkeit entsteht durch die wiederholte Verwendung von Motiven, die – entsprechend der neuen Situation – immer wieder verändert eingesetzt werden. Dadurch entsteht über die noch vorhandenen Nummerngrenzen hinaus ein ungebrochenerer musikalischer Fluss.

 

Veranstaltungsort

Theater an der Wien

Linke Wienzeile 6
1060 Wien

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