Theater an der Wien

Teseo

Dramma tragico in fünf Akten (1713)
Musik von Georg Friedrich Händel
Libretto von Nicola Francesco Haym
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Neuproduktion des Theater an der Wien

Musikalische Leitung René Jacobs
Inszenierung Moshe Leiser, Patrice Caurier

Orchester Akademie für Alte Musik Berlin
Chor Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)

Premiere: 15. 9. 2018

Georg Friedrich Händel hatte sich 1711 mit Rinaldo in London vorgestellt und einen überwältigenden Erfolg errungen. Mit Il pastor fido wollte er gleich 1712 daran anknüpfen – aber diese Oper floppte. Vor allem die im Vergleich zu Rinaldo armseligen Dekorationen wurden kritisiert. Händel griff deshalb als nächstes zu einer Vorlage, die eine üppige neue Ausstattung verlangte: Er ließ sich Thésée (1675), eine der berühmtesten französischen Opern mit Text von Philippe Quinault und Musik von Jean-Baptiste Lully ins Italienische übertragen. Im Gegensatz zum Schema italienischer Opern finden sich hierin Chor, tragische und komische Szenen in unterhaltsamem Wechsel und wunderbare, magische Ereignisse um die eifersüchtig rasende Zauberin Medea. Mit Teseo wollte Händel die französische Oper mit Mitteln der italienischen neu erfinden. Die vielfältige Handlung inspirierte ihn auch in der Tat zu einem außerordentlichen musikalischen Reichtum mit zwei Chornummern, Duetten und Ariosi. Obwohl Teseo der Titelheld ist und die meisten Arien zugeteilt bekam, steht Medea im Mittelpunkt. Sie erscheint erst im zweiten Akt, beherrscht dann aber die Szene, und wie so oft in seinen Opern nimmt Händel durch seine Musik Partei für die Scheiternde. Zunächst erleben wir Medea mit milder, freudiger Musik, sie hofft auf Erfüllung ihrer Liebe, steht helfend an der Seite König Egeos und der Athener. Als sie die Aussichtslosigkeit ihrer Sehnsucht erkennen muss und mit ihrer Magie zerstörerisch eingreift, wird sie furchteinflößend. Händel legt die Rolle aber so an, dass man ihren Schmerz mitfühlen und ihre Wut als berechtigt empfinden muss. Höhepunkte sind Medeas koloraturenreiche Furienbeschwörung sowie ihre letzte Arie „Moriro ma vendicata“ – „Ich sterbe, aber gerächt“. Entsprechend den Themen „Sterben und Rache“ umfasst die musikalische Ausdruckskraft in dieser Arie ergreifende Klage im Adagio und Aggressivität in virtuosen Koloraturen. Händel  gelang es, mit Teseo das Wohlwollen des Publikums zurückzugewinnen, aber finanziell war es ein Fiasko: Die Ausstattung für die Zauberwelt verschlang  Unsummen, und nach der zweiten Vorstellung brannte der Theaterdirektor mit den Kasseneinnahmen durch.

 

Veranstaltungsort

Theater an der Wien

Linke Wienzeile 6
1060 Wien

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