Theater an der Wien

Guillaume Tell

Oper in vier Akten (1829)
Musik von Gioachino Rossini
Libretto von Étienne de Jouy und Hippolyte Bis nach Friedrich Schillers Schauspiel Wilhelm Tell
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Neuproduktion des Theater an der Wien

Musikalische Leitung Diego Matheuz
Inszenierung Torsten Fischer

Orchester Wiener Symphoniker
Chor Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)

Premiere: 13. 10. 2018

Gioachino Rossini hat selten eine literarisch so gewichtige Vorlage wie in seiner letzten Oper verarbeitet: Friedrich Schillers Drama Wilhelm Tell (1804) war als Auseinandersetzung mit der Französischen Revolution entstanden und diente 1829 dem vermeintlichen Komponisten der Restauration als Anregung für eine hellsichtige Studie über Unterdrückung, über die Entstehung politischen Handelns und  Heldentum. Und das kurz vor der zweiten französischen Revolution: Im Juli 1830 verlor wieder ein Bourbone den Thron. Selten nahm sich Rossini so viel Zeit für eine Komposition. Bei Tell konnte er mit zwei Librettisten am Text feilen, dann sorgfältig an der Partitur arbeiten und schuf so ein wegweisendes Meisterwerk in der Verbindung seines italienischen Ausnahmetalents für Melodie und Rhythmus mit der Vorliebe der Grand Opéra für großräumige, effektvolle Szenen. Schon mit der vierteiligen Ouvertüre – die zu einer seiner berühmtesten wurde – beschwört er sowohl die Landschaft wie die darin stattfindende Handlung mitreißend herauf. Da in der  Tell-Legende weitgehend Männer das Geschehen beherrschen, wurde die eigentlich nur als Nebenfigur geplante Habsburgerprinzessin Mathilde zu einer Hauptfigur der Oper aufgewertet, die sich der Freiheitsbewegung des unterdrückten Volkes anschließt. Für das Schweizer Kolorit verwendete Rossini Bruchstücke aus  Kuhreigen und webte sie so subtil ein, dass man nie den Eindruck einer nur simpel atmosphärischen Musik erhält. Die Oper trägt zwar Tells Namen und zeigt, wie er, der empörte Mensch der Tat, fast wider Willen zum Anführer des Aufstandes und zum Freiheitshelden wird, aber in Wahrheit ist das Volk das Zentrum des Dramas. Rossini hat konsequent in Guillaume Tell den Chor in den Mittelpunkt gerückt. Jede  Ensembleszene mit Chor entwickelt im Widerspiel zwischen Figuren und Volk eine ganz eigene Dynamik. Hier geht es wirklich um die Menschen als Gruppe – um ihr Schicksal, um ihre Reaktionen, um ihre Ohnmacht, aber auch um ihre Macht. Die Szene des Rütli-Schwurs ist dramatisches Zentrum der ganzen Oper und wirkt mit Rossinis musikalischer Suggestionskraft mitreißender als bei Schiller.

 

Veranstaltungsort

Theater an der Wien

Linke Wienzeile 6
1060 Wien

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