Theater an der Wien

Alcina

Dramma per musica in drei Akten (1735)
Musik von Georg Friedrich Händel
Libretto nach Antonio Fanzaglias L´isola d´Alcina
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Neuproduktion des Theater an der Wien

Musikalische Leitung Stefan Gottfried
Inszenierung Tatjana Gürbaca

Orchester Concentus Musicus Wien
Chor Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)

Premiere: 15. 9. 2018

Georg Friedrich Händel komponierte zwischen 1733 und 1735 drei Opern nach Stoffen aus Ludovico Ariosts fantastisch ausuferndem Ritterepos Orlando furioso (1516-32): Orlando, Ariodante und zuletzt Alcina. Die Geschichten um Kampf, Liebe und Zauberei waren zu Händels Zeiten noch immens populär und kamen dem damaligen Interesse für exotische Orte und emotionale Ausnahmesituationen entgegen. Entsprechend der aufgeklärten Vernunft musste die emotionale Ausnahmesituation bewältigt werden zugunsten eines gesellschaftstauglichen Gemütsausgleichs, der Wahnsinn wird überwunden, der Zauber gebrochen. Die Figuren sind am Ende wieder realitätstauglich und kehren zurück in ihre Routine. Alcina war mit 18 Vorstellungen im Covent Garden Theatre eine besonders  erfolgreiche Oper – Händel bewies darin noch einmal seine Brillanz in der musikalischen Ausdeutung der Psyche seiner Figuren. Prominente SängerInnen standen ihm dafür zur Verfügung: die gefeierte italienische Sopranistin Anna Strada und der Kastrat Giovanni Carestini. Zudem war das Covent Garden Theatre ein neues Haus – eine Zauberinsel war genau der Spielort, mit dem das Theater seine Technik beeindruckend präsentieren konnte. Diese Zauberinsel ist utopisches Paradies, in dem lustvolles Erleben keine Sünde ist, Liebe zum Selbstzweck wird, aber auch trügerische Illusion, in der sich die Figuren inmitten vieler aufregender, amüsanter und auch beängstigender Abenteuer zurecht finden müssen. Wie in einem Versuch werden sie aufeinander losgelassen und müssen herausfinden, wer sie sind, wen sie wie warum lieben, und was diese Liebe aus ihnen macht. Händel wirft dabei einen weisen, unparteiischen Blick auf das Leben: Es gibt eigentlich keine guten oder bösen Figuren, immer versteht Händel jede Motivation, auch die Alcinas, oder vielleicht sogar gerade die besonders. Bei ihm wird diese dämonische Verderberin zu einem Menschen, denn die Liebe macht sie plötzlich verletzbar, sie verliert ihre  magische Energie und die ewige Jugend. Am Ende ist sie eine gebrochene Gestalt. In seiner Musik vereint Händel dabei Trauer und Heiterkeit, Freude und Schmerz in oft leichter und auch melancholischer Ironie.

 

Veranstaltungsort

Theater an der Wien

Linke Wienzeile 6
1060 Wien

Tickets & Info

Aktuelle Termine

  • Sa. 15. Sep 2018, 19:00
  • Mo. 17. Sep 2018, 19:00
  • Mi. 19. Sep 2018, 19:00
  • Sa. 22. Sep 2018, 19:00
  • Mo. 24. Sep 2018, 19:00
  • Mi. 26. Sep 2018, 19:00