Der Besuch der alten Dame/Burghart Klaußner, Maria Happel

Der Besuch der alten Dame

Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen

Kann man seine Heimat hinter sich lassen? Claire Zachanassian kann es nicht. In Friedrich Dürrenmatts tragischer Komödie kehrt sie zurück an den Ort ihrer Kindheit und Jugend, um sich zu rächen. Viele Jahre sind vergangen, seit Klara Wäscher ihre Unschuld im Dörfchen Güllen an Alfred III verlor. Der sie dann sitzen ließ mit dem Kind, sie als Hure diffamierte. Nun kommt sie zurück, eine schwerreiche Witwe, und verspricht dem eine Milliarde, der den ungetreuen Alfred tötet. „Bleich, aber würdig“ tritt man ihr entgegen, spricht von Europa, Recht und Menschlichkeit, lehnt mit Empörung das ungeheuerliche Angebot ab. Sie antwortet mit dem kürzesten Satz des Stücks: „Ich warte.“

„Die Welt verändert sich durch den Menschen, aber der Mensch verändert sich nicht und fällt der durch ihn veränderten Welt zum Opfer“, hat Dürrenmatt einmal in fast genialer Klarheit konstatiert. Die ganze Zerbrechlichkeit des Menschen in der Moderne, umrissen mit einem Satz. Die Illusion von Heimat als hilfloser Versuch, sich an etwas festzuhalten in einer Welt, die sich rasend schnell verändert. Dürrenmatt hat die Welt nicht vereinfacht. Mit sublimer Reduktion wie ein Schweizer Uhrmacher, der ein Gehäuse öffnet, machte er die Mechanik hinter der Unruhe erkennbar – und sein Stück Der Besuch der alten Dame zu einem Welterfolg.

Regie Frank HoffmannBühne Ben Willikens
Bühnenbildmitarbeit Bernhard Eusterschulte
Kostüme Sabine Bieling
Musik René Nuss

Veranstaltungsort

Burgtheater

Universitätsring 2
1010 Wien

Tickets & Info

Aktuelle Termine

  • Mi. 26. Sep 2018, 20:00
  • Mo. 01. Okt 2018, 19:30
  • Di. 02. Okt 2018, 19:30
  • Sa. 13. Okt 2018, 19:30
  • Do. 01. Nov 2018, 19:00