Japanisches Gemälde, große Well in blau weiß

Faszination Japan – Monet. Van Gogh. Klimt.

Die Herbstausstellung des Bank Austria Kunstforum Wien widmet sich der "Japomanie" – der Begeisterung der westlichen Welt für die Ästhetik und die Bilderwelt des Fernen Ostens. Sie verfolgt die Entwicklung von der Faszination für das Fremdartige, Neue, von den Anfängen in den 1860er Jahren bis weit nach der Jahrhundertwende, bis zu dessen Amalgamation in das Formenvokabular der westlichen Malerei, den Einfluss seiner Ästhetik auf die Entwicklung der Moderne um 1900.

Schon in den 1860er Jahren erobern die elegant-exotische Ästhetik der Alltagsgegenstände, die exquisiten Textilien und vor allem die phantasievollen und erzählfreudigen Ukiyo-e, die Farbholzschnitte, den europäischen Markt und erfüllen die Sehnsüchte des Publikums nach einer unbekannten Kultur und einer neuartigen Ästhetik.

Vor allem Künstler beginnen zu sammeln und das fremdartige Formenvokabular der Ukiyo-e, die erstaunlichen Themen und Motive in ihre Bildsprache zu integrieren. Monet, Manet, Van Gogh und Degas sind die ersten, ihnen folgen die jüngeren – Toulouse-Lautrec, Bonnard, Vuillard und Vallotton oder Franz Marc und Wassily Kandinsky – um nur die wichtigsten zu nennen.

Von Paris aus erobert die Japomanie ganz Europa – Deutschland, Belgien, Ungarn Skandinavien und Österreich. In Wien entwickelt sich, ausgehend von der Wiener Weltausstellung 1873, ein regelrechter Hype um die fernöstliche Ästhetik, an der sich auch Gustav Klimt und Egon Schiele inspirieren.

Die Ausstellung zeigt Gemälde und Druckgraphik, aber auch Objekte und Möbel, und stellt die von fernöstlicher Ästhetik beeinflussten Europäischen Werke von Claude Monet über Edgar Degas zu Gustav Klimt oder Henri de Toulouse-Lautrec, den Nabis und dem Blauen Reiter, den Japanischen Holzschnitten, Paravents und Objekten gegenüber. An die 100 Exponate aus internationalen öffentlichen und privaten Sammlungen geben einen breiten Überblick über das in ganz Europa verbreitete Phänomen des „Japonismus“ vom späten 19. Jahrhundert bis zum Beginn der Avantgarden.

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