paradies fluten

paradies fluten

teil eins der klimatrilogie

Eine der Empfehlungen des Autors, wie man sich seinem Stück nähern könnte, lautet: „Regieanweisungen sind wie Kriegsgeräusche zu lesen.“ Krieg herrscht in dieser Sinfonie-Kakophonie: Krieg der Systeme, der Kulturen, Krieg der Generationen und Geschlechter, vor allem Krieg gegen die Natur, das Humane. Zur Zeit des Kautschukbooms des 19. Jahrhunderts, dem indigene Völker, Wälder, Flüsse zum Opfer fielen, beginnt die theatralische Erzählung. Ausbeutung und Unterwerfung sind die Errungenschaften, die die westliche Zivilisation dem südamerikanischen Kontinent schenkt. Simon Baumann, Architekt und lupenreiner Idealist, will den Indianern Hochkultur als Ausgleich nahebringen und plant ein Opernhaus im brasilianischen Dschungel – Kunst versus Kapital. Die erschöpften, gefolterten Eingeborenen, die ums Überleben kämpfen, erweisen sich als „Kulturbanausen“, Caruso wird nur für die Gummibarone singen.

Gespiegelt wird das koloniale Desaster in Familienszenen der westeuropäischen Mittelschicht in den 90er Jahren: Vater KFZ-Werkstattbesitzer und Gummi Reifenhändler, Tochter Tänzerin in prekären Arbeitsverhältnissen. Der Neoliberalismus tritt an die Stelle kolonialer Ausbeutung – der Mensch in der Finanzkrise beutet nunmehr sich selbst aus. Einen Ausweg gibt es nicht: Als der Vater in den Irrungen einer Demenz versinkt, ergreift die Tochter die Gelegenheit, ihr Elternhaus zu verkaufen – um durch das gewonnene Kapital ein Stück Freiheit zu erringen.

Der Neoliberalismus tritt an die Stelle kolonialer Ausbeutung – der Mensch in der Finanzkrise beutet nunmehr sich selbst aus. „Unser“ Paradies wird überflutet von Material, Menschen, Menschenmaterial: Open-Source-Erinnerungen, Ertrunkene – ein großes Tohuwabohu der kommenden Gemeinschaft.

Regie: Robert Borgmann
Bühne und Kostüme: Thea Hoffmann-Axthelm
Musik: Philipp Weber
Video: Lianne van de Laar
Licht: Michael Hofer
Dramaturgie: Eva-Maria Voigtländer

Großmutter: Elisabeth Orth
Vater: Peter Knaack
Mutter: Katharina Lorenz
Tochter: Aenne Schwarz
Naturforscher: S<lvie Rohrer, Philipp Hauß
Chorführerin: Sabine Haupt
Chor: Alina Fritsch, Marta Kizyma, Anna Sophie Krenn, Tino Hillebrand, Sven Dolinski, Christoph Radakovits, Nancy Mensah-Offei, Marie-Christiane Nishimwe

Beginn des Kartenvorverkaufs an der Tageskasse, telefonisch für Inhaber von Kreditkarten und im Internet: jeweils am 20. des Vormonats für den gesamten Monat (z.B. am 20. Jänner für alle Vorstellungen im Februar und die ersten Tage im März).
Tageskassen: Zentrale Kassen der Bundestheater (1., Operngasse 2), Burgtheater (1., Universitätsring 2), Volksoper (9., Währinger Strasse 78): Montag-Freitag 8-18 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag 9-12 Uhr
Mit Kreditkarte: Tel: +43 1 513 1 513
Kartenverkauf via Internet: www.burgtheater.at, www.culturall.com

Veranstaltungsort

Akademietheater

Lisztstraße 1
1030 Wien

Tickets & Info

  • 7 - 61 €

Aktuelle Termine

  • Do. 26. Okt 2017, 19:00
  • Sa. 04. Nov 2017, 19:00
  • So. 12. Nov 2017, 19:00
  • Di. 21. Nov 2017, 19:30
  • Fr. 24. Nov 2017, 20:00