Andrea van der Straeten: "No Manners"

In mehreren Bereichen der öffentlichen, halböffentlichen sowie privaten Kommunikation hat sich ein Sprachgebrauch eingeschrieben: Hassbotschaften in einer aggressiven und beleidigenden Sprache sowie rude words finden sich sowohl in Politik wie in sozialen Netzwerken wieder. Parallel dazu werden bewusst gestreute Falschmeldungen und Gerüchte, um Ängste zu schüren, verzeichnet.

Andrea van der Straeten arbeitet seit fast 20 Jahren mit jenen Bereichen unseres täglichen Sprachgebrauchs, die eher einen schlechten Ruf genießen indem sie diese in Beziehung zu Politik und Geschlechterverhalten setzt, sowie überraschende Verbindungen zu Literatur und Poesie herstellt. Sie wählt aus einem breiten Spektrum filmischer, fotografischer, installativer, zeichnerischer, auditiver oder performativer Techniken um die jeweilige Form der Umsetzung für ihre Arbeiten zu nutzen. Dabei analysiert sie die jeweiligen Medien ebenso wie Prozesse, Abläufe und Funktionszusammenhänge in der Kunst an sich.

In vielen ihrer künstlerischen Arbeiten kombiniert sie ihr Interesse an Sprache und Literatur mit einem technisch experimentellen und visuell oft überraschenden Vokabular: Die aggressive Kraft einer verletzenden Sprache wird in einer Serie von Laserschnitten aus Papier durch die Kombination von ästhetisch eindrucksvollen Farben und an Schusslöcher erinnernden cut-outs bestimmter Buchstaben verdeutlicht; oder wenn sie halbtransparentes, gewachstes Pizzapapier benutzt um darauf Zeichnungen und Texte in poetischen Geweben zu überlagern.

ANDREA VAN DER STRAETEN (*1953 in Trier (DE)) schloss Studien der Germanistik und Politikwissenschaften in Marburg bei Frankfurt ab, sowie der Visuellen Kommunikation an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Sie lebt seit einem Stipendium für ein postgraduales Jahr an der Universität für angewandte Kunst (1987), als bildende Künstlerin in Wien und leitet seit 2002 als Professorin die Experimentelle Gestaltung an der Kunstuniversität Linz. Ihre künstlerischen Arbeiten finden sich in öffentlichen und privaten europäischen Sammlungen.

Aktuelle Termine

  • Do. 23. Mär 2017, 12:00 - 18:00
  • Fr. 24. Mär 2017, 12:00 - 18:00
  • Sa. 25. Mär 2017, 11:00 - 14:00