Marlene Maier & Olena Newkryta: Everything a Hand Can‘t Take

Der Preis der Kunsthalle Wien ist ein gemeinsames Projekt der Universität für angewandte Kunst Wien, der Akademie der bildenden Künste Wien und der Kunsthalle Wien und wird jährlich per Juryentscheidung an je eine/n Absolvent/in der beiden Kunstuniversitäten vergeben. Beide Kunsthochschulen stimulieren maßgeblich die Produktivität und Diversität der jungen Kunstszene in Österreich. Die Kunsthalle Wien wiederum sieht ihre Aufgabe in dieser Kooperation als Beitrag zur internationalen Wahrnehmung der Absolvent/innen dieser beiden Institutionen und ihrer Vernetzung mit dem außer-universitären Kunstbetrieb.
Der Preis beinhaltet Preisgelder von je EUR 3.000, je einen Katalog sowie eine Ausstellung in der Kunsthalle Wien Karlsplatz.

Marlene Maier – Preisträgerin der Akademie der bildenden Künste Wien

Marlene Maiers (*1989 in Steyr, lebt und arbeitet in Wien) 3-Kanal-Videoinstallation Food only exists on pictures thematisiert den heute gegensätzlichen Zustand des Menschen zwischen vollkommener Sichtbarkeit bzw. Transparenz und seinem Verschwinden in der Anonymität virtueller wie auch realer Räume.
Anhand dreier fiktiver und doch auf dokumentarischen Quellen basierender Personen, die ausschließlich in erzählerisch und bildhaft memorierter Form auftauchen, schafft Marlene Maier einen mehrdimensionalen Raum der Unschärfe, in dem sich Ab- und Anwesendes, Konkretes und Indifferentes gleichzeitig begegnen können. Für alle drei „Erzählungen“ setzt sie unterschiedliche filmische Mittel ein – von Video-Stock-Footage-Assemblagen über Reinszenierungen vorgefundenen Fotomaterials bis zur Reduktion der Bildebene auf Nahaufnahmen eines Monitors.

Food only exists on pictures ist ein konsequent durchdachtes und hervorragend ausgeführtes Projekt, um die Komplexität technologischer/technopolitischer Vorgänge und individueller Bedürfnisse wahrnehmbar zu machen“, schreibt die Jury in ihrer Begründung.

Olena Newkryta – Preisträgerin der Universität für angewandte Kunst Wien

Olena Newkryta (*1990 Wosnesensk, Ukraine, lebt und arbeitet in Wien) verbindet in ihrer mehrteiligen, multimedialen Installation folding unfolding refolding zwei primäre Wahrnehmungsweisen – die haptische und die virtuelle – mit zwei primären Agitationsformen: der praktischen und der theoretischen. Der praktisch-manuelle Aspekt besteht zunächst im maschinellen Vernähen von Leinwänden – ein Prozess, der als Videoprojektion auf denselben, für die Installation real ausgeführten Leinwänden zu sehen ist. Die materiellen, haptisch erfahrbaren Bildträger stehen mit ihren virtuellen Ab- bzw. Vor-Bildern somit in einem interdependenten Verhältnis: keines kann ohne das andere sein. In einem großformatigen C-Print macht die Künstlerin aus philosophischen Überlegungen zur „Falte“, die nach Gilles Deleuze den Unterschied zwischen dem Seelischen und Leiblichen markiert, ein Bild: ihre eigene zerknitterte Bettwäsche wurde Stück für Stück mit einem Handscanner „kopiert“, um die dadurch entstandenen Abbilder zu einer collageartigen Grafik zu re-montieren.

Die Jury schreibt in ihrer Begründung: „In folding unfolding refolding reflektiert Olena Newkryta sichtbare wie auch spürbare Aspekte von Wirklichkeit simultan wahrnehmbar zu machen. Dass ein Teil ihres präzise durchdachten und ästhetisch anspruchsvoll durchgeführten Konzepts auf die Realität des Alltags, der Arbeit und der körperlichen Existenz reflektiert, kommt dabei ebenso anschaulich zum Ausdruck wie ihre Auseinandersetzung mit Philosophie und Fotografie-Theorie“.

Veranstaltungsort

Kunsthalle Wien Karlsplatz

Karlsplatz/Treitlstraße 2
1040 Wien

Aktuelle Termine

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