Akademietheater außen

Ludwig II.

Der aristokratische Freigeist, Ästhet und Marxist Luchino Visconti, Erbe der Herzöge von Mailand, inszeniert 1972 als internationale Koproduktion mit enormem materiellen Aufwand das Leben und Sterben des „Märchenkönigs“ Ludwig II., letzter absoluter Souverän Europas, der sich der Politik verweigerte und lieber mit Künstlern als mit Ministern regierte, Traumschlösser baute und mit Wagners Hilfe die Kunst vor dem Zugriff durch die Politik retten wollte. Die Titelrolle spielt Viscontis Geliebter Helmut Berger, aufsteigender Star und Inbegriff des Hedonismus der 1970er Jahre. Romy Schneider, 1955 als Sissi zur Ikone wider Willen geworden, tritt noch einmal, ein viertes und letztes Mal, als Kaiserin Elisabeth vor die Kamera. Der Film wird so missverstanden wie einst sein Gegenstand und fällt deutscher Kulturbarbarei zum Opfer, wird nach Beanstandungen verständnisloser Kritiker und kunstferner Politiker zur Unkenntlichkeit und Unverständlichkeit entstellt.

Visconti, in seinen Obsessionen sowohl seinem romantizistischen Helden als auch dem monomanen Schöpfer des Tristan wesensverwandt, schafft mit Ludwig II. ein dunkel-schimmerndes Gesamtkunstwerk im Sinne Wagners über die Antithese von Ideal und Wirklichkeit, über das problematische Verhältnis von Kunst, Geld und Politik, den Künstler im Spannungsfeld von Anspruch, Erwartung und Kapitalisierung.

Gleichzeitig ist Ludwig II. eine sehr persönliche, vielfach gebrochene Reflexion über Identität und Rolle, Norm und Divergenz, über Mensch und Mythos: Der Mensch wird zum Kunstwerk, das Leben zur Kunst.
Dank dieses thematischen Reichtums ist Viscontis Ludwig II. ein idealer Stoff nicht nur für das Theater, wo Abbildung und Neuerfindung der Welt so nah beieinander liegen, sondern auch für Bastian Kraft, der nach seiner furiosen Adaption von Oscar Wildes Dorian Gray, die seit ihrer Premiere 2010 über 150 mal begeisterte, nun wieder an der Burg inszeniert.

Regie: Bastian Kraft
Bühne: Peter Baur
Kostüme: Dagmar Bald
Musik: Arthur Fussy
Licht: Peter Bandl
Video: Jonas Link
Dramaturgie: Hans Mrak

Beginn des Kartenvorverkaufs an der Tageskasse, telefonisch für Inhaber von Kreditkarten und im Internet: jeweils am 20. des Vormonats für den gesamten Monat und die ersten Tage des Folgemonats (z.B. am 20. Jänner für alle Vorstellungen im Februar und die ersten Tage im März). Der Kartenverkauf für den 25., 26., 31. 12. 2016 & 1. 1. 2017 startet am 20. 10. 2016.
Tageskassen: Zentrale Kassen der Bundestheater (1., Operngasse 2), Burgtheater (1., Universitätsring 2), Volksoper (9., Währinger Strasse 78): Montag-Freitag 8-18 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag 9-12 Uhr
Mit Kreditkarte: Tel: +43(1) 513 1 513, Montag bis Sonntag, 10 bis 21 Uhr
Kartenverkauf via Internet: www.burgtheater.at, www.culturall.com

Veranstaltungsort

Akademietheater

Lisztstraße 1
1030 Wien

Tickets & Info

  • 7 - 61 €

Aktuelle Termine

  • Do. 08. Dez 2016, 19:00
  • Sa. 10. Dez 2016, 19:30
  • Mo. 12. Dez 2016, 19:30
  • So. 18. Dez 2016, 19:00
  • Do. 22. Dez 2016, 19:30
  • Mo. 26. Dez 2016, 19:00
  • Sa. 07. Jan 2017, 19:30
  • Sa. 14. Jan 2017, 20:00
  • So. 22. Jan 2017, 19:00
  • Mi. 01. Feb 2017, 19:30