Vorstadtkino Währing

Montag, 10.10. | 20:00 Uhr
Kurzfilm: HERNALS R.: Hans Scheugl, AT 1967, 11 Min.
Ein Zeitdokument und einer der schönsten Filme über den Umgang mit der Zeit im Film.
Spielfilm: DIE AMEISENSTRASSE R.: Michael Glawogger, AT 1995, 87 Min.
mit Robert Meyer, Bibiane Zeller, Nikolaus Paryla, Monika Tajmar, u.a.
In der Tradition eines Johann Nestroy zeigt Glawogger die Wienerinnen und Wiener als das, was sie sind: selbst im Widerstand autoritätshörig und unverbesserlich auf die Vergangenheit bezogen.
Mitten in Wien steht ein altes Mietshaus. Die Uhren schlagen hier auf eine seltsame Weise. Es sind kleine Welten, die ein Besucher hier, Stockwerk für Stockwerk, entdecken kann. Hinter gut verschlossenen Türen kocht jeder seine eigene dicke Suppe. Doch dann hält zum ersten Mal der Tod Einzug und fegt durch das Stiegenhaus und alles soll dadurch verändert werden…

Montag, 17.10. | 20:00 Uhr
Kurzfilm: ÄGYPTEN R.: Kathrin Resetarits, AT 1997, 10 Min.
„Ägypten“ ist ein Film fast ohne Ton über taubstumme Menschen bzw. ihre Gebärdensprache und eine - ganz kleine, andeutungshafte - Einführung in eine unvertraute Wahrnehmungsweise, in der man die tönende Welt sieht, ohne zu hören. (Drehli Robnik)
Spielfilm: DIE LETZTE RUNDE (STRAWANZER) R.: Peter Patzak, BRD/AT 1983, 102 Min.
mit Eliott Gould, Heinz Moog, Andrea Jonasson, Hanne Hiob, Danny Hirsch, Gaby Herbst, Hanno Pöschl, Erni Mangold, u.a.
Peter Patzaks „Strawanzer“ hat wie seine beiden Protagonisten keinen wirklichen Anfang und kein wirkliches Ende. Josef, ein älterer Mann mit Hang zur Gewalt, wohnt in einem Hinterzimmer in einem verfallenen Theater. Seine sterbende Frau liegt im Krankenhaus und seine von den Nazis ermordete Familie in einem Grab, das er nicht finden kann. Wilhelm, ein Mittvierziger, schluckt Alkoholika und Tabletten – und hält zufällig mit seinem Fotoapparat einen Mord fest. Was für die beiden Männer folgt, sind eine Flucht ins Verderben und eine Reise in die eigene Vergangenheit.  

Montag, 24.10. | 20:00 Uhr | special
Kurzfilm: INTERMEZZO – Notes on film 04 R.: Norbert Pfaffenbichler, AT 2012, 2 Min.
Eine furiose Szene aus Chaplins „The Floorwalker“, virtuos zum Metal-Sound neu montiert, sich immer mehr steigernd und doch nicht von der Stelle kommend. (Christian Höller)
Stummfilm: LA SIRÉNE DES TROPIQUES R.: Henri Etievant, Mario Nalpas, FR 1927, 86 Min.
mit Josephine Baker, Pierre Batcheff, Régina Dalthy, u.a.
Josephine Baker, der Star des Jazz Age, in einem ihrer wenigen Spielfilme. In diesem exotistisch-musikalischen Film bildet sie mit dem Tänzer Pierre Batcheff ein Traumpaar der europäischen Populärkultur der 1920er Jahre.
Live: HEIDELINDE GRATZL (AT) Akkordeon & MELISSA COLEMAN (AU) Cello

Montag, 31.10. | 20:00 Uhr
Kurzfilm: BODYBUILDING R.: Ernst Schmidt jr., AT 1965, 9 Min.
Aufnahmen von zwei Materialaktionen von Otto Muehl, dessen „Materialgedanke“ virtuos von Ernst Schmidt jr. ins Filmische übertragen wurde. Mehr als ein Dokument der Aktionen.
Spielfilm: SCHAMLOS R.: Eddy Saller, AT 1968, 74 Min.
mit Udo Kier, Rolf Eden, Marina Paal, Wladimir Medar, Louis Soldan, Herbert Kersten, Inge Toifl, u.a.
Alexander Pohlmann, kaum 20-jährig, ist Boss einer Bande von Rowdies, die das Nachtgeschäft einer Großstadt „kontrolliert“ Als ihm in einer Bar die attraktive Tänzerin Arabella (Marina Paal) auffällt, erzwingt er ihre Freigabe und gewinnt sie für seine Zwecke. Das passt nicht ins Konzept des Gangsterkönigs Kowalski . Auf einem verrückten, wilden Künstlerfest, einem Happening der Otto-Muehl-Kommune, versuchen sich die beiden zu arrangieren. Doch die Rechnung geht nicht auf. „Eine skurrile Exkursion in die fremde, seltsame Welt des österreichischen Russ Meyer.“ (AZ, 1991)

Montag, 07.11. | 20:00 Uhr
Kurzfilm: 5/62 FENSTERGUCKER, ABFALL, etc. R.: Kurt Kren, AT 1962, stumm, 4 Min.
In „Fenstergucker, Abfall, etc.“ werden wir mit einer nach-apokalyptischen Welt namens Wien konfrontiert. Kren dreht diese Welt durch die Wurstmaschine namens Schneidetisch. (Hans Scheugl)
Dokumentarfilm: KRONEN ZEITUNG: TAG FÜR TAG EIN BOULEVARDSTÜCK
R.: Nathalie Borgers, AT/BE/FR 2002, 58 Min.
Es ist der distanzierte Blick von außen, der diesem Film zu Einsichten in den Redaktionsalltag verhilft, ein Maß an Selbstdarstellung der Porträtierten zulässt: „Tag für Tag“ ist ein Streifzug durch die Ressorts, der in bester Direct Cinema-Manier präsentiert, wie ungeniert diese Zeitung Politik zum Spektakel erhebt. Frei von Polemik erforscht die Belgierin Nathalie Borgers mit ihrem Team das System Krone: eine Zeitung als Freund, Berater, Ombudsmann der „kleinen Leute“ und nicht zuletzt als „ein Prisma, durch das sich der Erfolg des Populismus in diesem Land verstehen lässt“.

Montag, 14.11. | 20:00 Uhr
Kurzfilm: SELFPORTRAIT R.: Maria Lassnig, AT 1971, 5 Min.
"To look for the better half". Erinnerungen und Wunschträume nehmen Gestalt an, drängen sich buchstäblich bildhaft auf.
Spielfilm: GESCHICHTEN AUS DEM WIENERWALD R.: Maximilian Schell, AT/BRD 1979, 95 Min.
mit Birgit Doll, Hanno Pöschl, Helmut Qualtinger, Jane Tilden, Adrienne Gessner, Götz Kauffmann, André Heller, Norbert Schiller, Eric Pohlmann, Robert Meyer, u.a.
Die Verfilmung Ödön von Horvaths Stücks um Kleinbürgerkatastrophen: Das „liebe, süße“ Mädchen Marianne, Tochter des so genannten Zauberkönigs, ist mit dem spießigen Metzger Oskar verlobt. Dem läuft sie davon, weil sie sich in den Strizzi und Weiberhelden Alfred verliebt, der sie später wiederum mit Sohn Leopold sitzen lässt. Da der Vater Marianne verstoßen hat, muss sie in freizügigen Nummern im Nachtklub „Maxim“ auftreten, wo sie vom Vater und den früheren Freunden gesehen wird, die letztlich ein „gutes Ende“ erzwingen, das für Marianne aber Resignation und Zusammenbruch bedeutet.

Montag, 21.11. | 20:00 Uhr | special
Kurzfilm: KAISER SCHNITT R.: Mara Mattuschka, AT 1987, 4 Min.
Die Geburt des Alphabets.
Spielfilm: THE GENERAL R.: Buster Keaton, USA 1926, 78 Min.
mit Buster Keaton, Marion Mack, Charles Henry Smith, u.a.
Der „General“ in Buster Keatons Stummfilmklassiker ist kein militärischer Befehlshaber, sondern eine Lokomotive. Mit dieser fährt Buster durch die USA und erlebt außergewöhnliche Abenteuer. Stil und Komik Keatons machen den Film unvergesslich.
Live: ALEXANDER SHEVCHENKO (RU) Akkordeon & MACIEJ GOLEBIOWSKI (PL) Klarinette

Montag, 28.11. | 20:00 Uhr
Kurzfilm: HELDENKANZLER R.: Benjamin Swiczinsky, DE/AT 2011, 13 Min.
mit Erwin Leder, Philipp Hochhauser, Benjamin Swiczinsky (Sprecher).
Ein komplexbehafteter Möchtegern-Diktator auf dem steinigen Weg nach oben: Hinfort mit den linken Parteien, her mit der Todesstrafe. Der Rest sollte ein leichtes sein. Archivmaterial und Animationssequenzen begleiten Engelbert Dollfuß beim Aufstieg zum "Heldenkanzler" - und zwar herrlich unkonventionell, ohne pädagogische Zeigefingerattitüde.
Spielfilm: STAATSOPERETTE R.: Franz Novotny, AT 1977, 67 Min.
mit Ernst Meister, Rudolf Jusits, Erwin v. Gross, Fritz Haki, Marie Theres Escribano, Emmy Werner, Peter Turrini, u.a.
Eine mittlerweile legendäre TV-Produktion: Franz Novotnys Inszenierung einer musikalischen Satire von Otto M. Zykan, inklusive Engelbert Dollfuß als Aufblaspuppe... „Das Dienstverhältnis Franz Novotnys mit dem ORF endete sehr abrupt mit der Produktion der „Staatsoperette“, einer deftig-musikalischen Aufarbeitung der Ersten Republik.
Der Film verursachte einen heftigen Skandal und wurde 1977 nur einmal ausgestrahlt.

Montag, 05.12. | 20:00 Uhr
Kurzfilm: 20/68 SCHATZI R.: Kurt Kren, AT 1968, stumm, 3 Min.
Ein Film, der den Erkenntnisprozess über die schrittweise Enthüllung einer unerträglichen Tatsache nachvollzieht, die das Bild als "Inschrift des Realen" zeigt. (Michael Palm)
Dokumentarfilm: THE END OF THE NEUBACHER PROJECT
R.: Marcus J. Carney, NL/AT 2006, 74 Min.
Marcus J. Carney versucht filmisch die nationalsozialistische Vergangenheit seiner Familie aufzuarbeiten. Die Hauptbeziehung entwickelt sich zwischen dem Filmemacher und seiner Mutter, die während der Dreharbeiten an Krebs erkrankt. Mit seiner akribischen Montage von familiärem Foto- und 8mm-Filmmaterial könnte man von einem dokumentarischen Epos sprechen. Die Grenzen zwischen „privat“ und „öffentlich“ verschwimmen zunehmend bei Carneys Einsatz von Archivmaterial, das seine Vorfahren als Mitglieder der österreichischen Nazi-Elite zeigt.

Montag, 12.12. | 20:00 Uhr
Kurzfilm: HEIM R.: Claudia Larcher, AT 2009, 11 Min.
„Heim“, aus Fotos und Laufbild zu einem scheinbar unendlichen Panoramaschwenk montiert und mit einer unbehaglich dröhnenden Tonspur unterlegt, fördert das Unheimliche im Alltäglichen zutage. (Thomas Mießgang)
Spielfilm: VORSTADTVARIETÉ - DIE AMSEL VON LICHTENTAL
R.: Werner Hochbaum, AT 1935, 93 Min.
mit Luise Ullrich, Mathias Wiemann, Oskar Sima, Hans Moser, Lina Woiwode, u.a.
„Die Menschen tragen in diesem Wiener Film nicht auf beiden Schultern Engelsflügel, sie leben und deshalb haben sie Fehler, Schwächen, Eitelkeiten, Leidenschaften, es sind Volksstückfiguren geworden, wie das Volksstück es verlangt. Wiener Menschen – aber nicht die Wiener des hundertmal abgeklatschten Wiener Operetten-Walzerfilms, der Ton liegt auf dem Wort Mensch. Dies rechtfertigt auch, warum ein junger Avantgardist wie Werner Hochbaum die Regie übertragen erhielt und annahm. (Film-Kurier, 18.1.1935)
„Vorstadtvarieté“ nimmt in der österreichischen Tonfilmproduktion einen Sonderrang ein: Keinem anderen Film gelang es derart subtil, die Hintergründigkeit des Wienertums aufzudecken und zugleich Kritisches hineinzuverweben

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  • Mo. 12. Dez 2016, 20:00