Symposium Egon Schiele

"Wer verlangt, daß ihm ein Kunstwerk erklärt werden soll, dem soll nicht Folge geleistet werden, er ist dazu zu beschränkt", fordert Egon Schiele in einem Brief an seinen Onkel Leopold Czihaczek am 1. September 1911. Trotzdem wird die Nachwelt nicht müde, gerade das zu tun: seine Kunst zu erklären. Immer neue Aspekte werden hervorgestrichen, diskutiert und nun, ein Jahrhundert nach der Entstehung, so vielfältig wie nie zuvor interpretiert. Das Leopold Museum als Sitz der größten und bedeutendsten Schiele-Sammlung der Welt freut sich, zum ersten Egon Schiele-Symposium in unserem Haus zu laden, um einen internationalen Überblick zum Stand der aktuellen Schieleforschung zu bekommen und sich inspiriert mit ihr auseinanderzusetzen.

Die Vielseitigkeit von Egon Schieles Kunst, seine persönliche Mythologie, die in den (Selbst)Porträts, Landschaften oder Baum- und Häuserdarstellungen in unerschöpflichem Reichtum zum Ausdruck kommt, zählt heute fast selbstverständlich zu den großen künstlerischen Leistungen des 20 Jahrhunderts. Schiele ist ein so vertrauter Name geworden, dass es geradezu notwendig ist, sein Werk von Zeit zu Zeit neu zu entdecken. Das Symposium im Leopold Museum gibt neben dem akademischen Diskurs auch die Möglichkeit, die besprochenen Kunstwerke im Original zu betrachten, um sich darin zu vertiefen, denn auch das fordert Egon Schiele:
"Seht wenn ihr könnt, – in ein Kunstwerk!"

Donnerstag, 29. September 2016

18:00 Uhr
Begrüßung
Hans-Peter Wipplinger Museologischer Direktor, Leopold Museum

18:15 Uhr
Schiele–Lehmbruck:
Eine Parallelaktion der anderen Art. Alle Bildwirkung ist pornografisch
Bazon Brock Emeritierter Professor, Bergische Universität Wuppertal, Denker im Dienst, Denkerei Berlin

Freitag, 30. September 2016

09:15 Uhr
"Ich bin durch Klimt gegangen" – Zwei Künstlerische Welten:
Gustav Klimt und Egon Schiele
Elisabeth Leopold | Vorstandsmitglied der Leopold Museum-Privatstiftung

09:45 Uhr
Selbstdarstellung und Pose.
Egon Schiele und die Literatur seiner Zeit
Stefan Kutzenberger Kurator, Leopold Museum

10:30 Uhr
Rhetorik der Fläche – Zur Bildlichkeit von Schieles Zeichnung
Matthias Haldemann Direktor, Kunsthaus Zug

11:30 Uhr
Selbstverständlichkeit Photographie.
Klimt, Kokoschka, Schiele und das technische Medium
Monika Faber Direktorin, Photoinstitut Bonartes

13:30 Uhr
Schiele, Hodler und Segantini.
Die beseelte Natur im Symbolismus und Expressionismus
Ralph Gleis | Kurator, Wien Museum

14:00 Uhr
Egon Schiele und die historischen Zeitläufe des 20 Jahrhunderts
Sonja Niederacher | Provenienzforscherin des Bundesministers für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien im Bundeskanzleramt

15:00 Uhr
"Soll i's farbeln?" – Über die Besonderheiten von Schieles farbigen Blättern
Franz Smola Sammlungskurator, Leopold Museum

15:45 Uhr
Schiele's place in Wittgenstein's Vienna
Allan Janik im Gespräch mit Carla Carmona Escalera (in englischer Sprache)
Professor Universität Innsbruck
Dozentin Universidad de Extremadura, Mitherausgeberin des Egon Schiele Jahrbuches

In Kooperation mit der Wittgenstein Initiative
Anschließend offene Diskussion

Teilnahmegebühr
29.09.2016: Eintritt frei, nach vorheriger Anmeldung
30.09.2016: EUR 10,- / ermäßigt für Studierende EUR 5,-

Aktuelle Termine

  • Do. 29. Sep 2016
  • Fr. 30. Sep 2016