Rudolf Goessl

Rudolf Goessl. Malerei im Wandel

Die Ausstellung zeigt das Frühwerk des österreichischen Malers Rudolf Goessl (* 1929), der Mitte der 1960er-Jahre in einer kurzen Nordamerikareise die amerikanische Pop Art und das Colourfield Painting rezipiert und auf seine eigene Weise interpretiert hat. 1969 beendete Goessl diesen künstlerischen „Ausflug“ und begann eine eigene Formensprache zu entwickeln, die sich einer Art Trompe l’œil-Effekts bedient. Zarte Rahmungen der Farbflächen erzeugen einen bühnenhaften Raum innerhalb des sonst gegenstandslosen Bildes. Die Bühnenhaftigkeit und Raumtiefe wich mit der Zeit einer flächigeren Malweise, die an die zarte Faltung seidener Tücher erinnert. Diese Reduktion führte er so lange weiter, bis jeder räumliche Anhaltspunkt in seinen Bildern verschwindet. Goessls Empfindsamkeit zeigt sich in einem schleierartig wirkenden Farbauftrag und den feinen Helligkeitsabstufungen in den Bildern.

Anfang der 1970er Jahre wird auch Monsignore Otto Mauer von der Wiener Galerie nächst St. Stephan auf den Einzelgänger aufmerksam, und veranstaltet mit diesem 1973 eine Ausstellung. Diese sollte die letzte sein, die Otto Mauer vor seinem Tod eröffnete. In seiner weiteren Entwicklung, bringt er einen haptischen Ansatz in seine sphärischen Bilder ein, indem er Sand auf die Leinwand bringt. Die spürbare Materialität der Arbeiten erhielt immer mehr Gewicht. Der schleierartige, leichte Farbauftrag weicht einer gestischeren und expressiveren Malweise, die sich auch in der Farbigkeit widerspiegelt.

Diese Ausstellung bietet einen Schnitt durch die Entwicklung Goessls in seinen bewegtesten Phasen, die die Wandelbarkeit und die Empfindsamkeit eines künstlerischen Einzelgängers festhält.

Veranstaltungsort

21er Haus

Arsenalstraße 1
1030 Wien

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