August Walla

lejo & august walla: fotografie

im Rahmen von eyes on - Monat der Fotografie Wien

Zwei Künstler mit völlig unterschiedlichen Zugängen zur Fotografie finden in dieser Ausstellung auf anregende, sich ergänzende Art und Weise zusammen.

Lechner Johannes alias Lejo kauft und sammelt seit den 1990er Jahren einzelne Fotos und ganze Alben aus Verlassenschaften, und seit 2007 arbeitet er an Collagen aus den Fotografien fremder Menschen. In seinem Wiener Arbeitsraum inmitten vieler Alben, Sammlungen von Uhren, Kameras, Bilderrahmen und Lampen entstehen seine Werke. An den Wänden befinden sich unlängst gefertigte Werke, da Lejo es liebt, mit ihnen noch Zeit zu verbringen und sie seinen Freunden zu zeigen oder sie sogar noch zu verändern. Die Fotografien werden zerschnitten, zerrissen, neu kombiniert, und wenn es für ihn passend erscheint, fügt er noch Graphitstift hinzu oder kratzt Partien aus den Fotos. Beim Durchsehen der Alben ist ihm aufgefallen, dass es bestimmte Situationen gibt, die quasi "jeder" fotografiert, und so arbeitet er seit 2012 immer wieder an Collagen, wie etwa dem Werk „klassentreffen", die sich humorvoll diesem Thema widmen. Durch die beinahe penetrante Wiederholung eines Fotografie-Inhalts, der zusammengefügt ein großes Ganzes ergibt, hält der Künstler der Gesellschaft einen Spiegel vor Augen, und der Betrachter erinnert sich unweigerlich an eigene Erlebnisse. Die Titel der Werke sucht und findet er vor allem im „Brockhaus" oder im „Wahrig Wörterbuch der deutschen Sprache". Lejos Arbeiten beeindrucken durch ihre feinsinnige Zugangsweise, ihre formale Ausgereiftheit und ihren dezent-ironischen Humor.

Das fotografische Werk des wohl universellsten Art Brut Künstlers August Walla war über lange Zeit nicht so bekannt wie seine Zeichnungen und Gemälde. Walla liebte es, mit seiner Kamera die Umgebung, in der er sich gerade befand, festzuhalten, seine Kunstwerke zu fotografieren oder aber sich von seiner Mutter in verschieden- sten Posen oder mit Kunstwerken fotografieren zu lassen. Er hatte seine eigene fotografische Handschrift (es gibt im herkömmlichen Sinn Landschaften, Interieurs, Werkdokumente, Situativ-Persönliches) und trotz der Heterogenität seines fotografischen Werkes ist den Fotos immer die Eigenheit des Kombinatorischen anzusehen. Walla sieht immer etwas plus noch etwas, und so bestehen seine Kompositionen immer aus einem Hauptmotiv plus Ambiente. Das Oeuvre teilt sich in jene Fotografien, die er selbst aufgenommen hat, und jene, auf denen er zu sehen ist und die seine Mutter nach seinen genauen Anweisungen gemacht hat. Besondere Raritäten sind die schwarz-weißen, auf der Rückseite von Walla beschrifteten Vintageprints. In den 1980er Jahren entstanden Instamatic Fotos mit Farbfilm, und eine Auswahl wurde vom Originalnegativ vergrößert, auf Kartons aufgebracht und vom Künstler mit Zeichnungen und Schriften versehen

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