Wiener Konzerthaus

Salome

Ansicht des Zuschauerraum der Wiener Staatsoper, Blick auf die Bühne, links und rechts die Logen
© WienTourismus / Paul Bauer
Ansicht des Zuschauerraum der Wiener Staatsoper, Blick auf die Bühne, links und rechts die Logen

Musikalische Leitung: Philippe Jordan
Inszenierung: Cyrill Teste

Premiere: 2. Februar 2023


In Salome konfrontiert Komponist Strauss eine von ihrem Stiefvater bedrängte Prinzessin mit einem gefangenen Propheten, der in ihr nicht die begehrenswerte junge Frau, sondern das traumatisierte Kind erkennt. Als der von Salome begehrte Prophet Jochanaan die junge Prinzessin jedoch zurückweist, setzt sie bei ihrem Stiefvater Herodes seine Enthauptung durch.

Wie ein Fieberwahn glüht der hundertminütige Einakter, mutig sprengte der Komponist gleichermaßen Klang- und Moralvorstellungen seiner Zeit. Bis heute bannt die Musik durch ihre enorme Bildhaftigkeit, hochgepeitschte Emotionalität und scharfe, bisweilen grelle Figurenzeichnung. Strauss porträtiert mit einer ungeheuren Orchestrationskunst nicht nur die dekadent-schwüle Atmosphäre des königlichen Hofes, die Salomes Kindheit auf dem Gewissen hat, sondern zeigt überdies auf bannende Weise eine differenzierte Auffächerung des äußeren und innerpsychologischen Geschehens.

In seiner Salome-Regie möchte Cyril Teste die Energie und den Herzschlag Salomes erlebbar machen, ihre Traumata vergegenwärtigen und ganz grundsätzlich die Familiengeschichte einer mächtigen Dynastie erzählen, deren innere Mechanismen das hervorrufen müssen, was am Ende steht: Zerstörung. 

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